Anne Riecke: Schülerinnen und Schüler brauchen ein sicheres Umfeld

Anne Riecke

Zur heutigen Vorstellung der SANSCHO-Zwischenergebnisse zum Schulabsentismus erklärt die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Anne Riecke:

"Forschung ist gut – aber sie ersetzt kein politisches Handeln. Dass Schutzfaktoren wie Schulzugehörigkeit und Sicherheitsgefühl entscheidend sind, wissen viele Schulen längst; entscheidend ist, ob die Landesregierung daraus endlich verbindliche Konsequenzen zieht. Wenn Sicherheitsgefühl ein Schutzfaktor ist, dann gehören konsequente Programme gegen Mobbing und Gewalt, klare Hausordnungen und mehr Schulsozialarbeit zur Grundausstattung aller Schulen. Es reicht nicht, eine mehr als unvollständige Gewaltdatenbank zu führen und Gewaltvorfälle lediglich zu erfassen.

Wir erwarten, dass das Landeskonzept von 2022 nicht nur bestätigt, sondern mit klaren Zielen, Verantwortlichkeiten und Standards hinterlegt wird. Konkret braucht es an jeder Schule feste, praxistaugliche Abläufe vom ersten Fehltag bis zur Zusammenarbeit mit Jugendhilfe, Schulpsychologie und Ordnungsbehörden, um Schulabsentismus wirksam zu bekämpfen. Das Bildungsministerium muss außerdem dafür sorgen, dass die Schulen spürbar von Verwaltungs-, Dokumentations- und Berichtspflichten entlastet werden, damit alle an Schule Beschäftigten mehr Zeit haben, sich den Schülerinnen und Schülern individuell zu widmen."