Christopher Vogt: Landesregierung muss sich für den Erhalt der Minijobs stark machen

Christopher Vogt

Zur geplanten Abschaffung der Minijobs erklärt der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Christopher Vogt:  

„Wir fordern die Landesregierung auf, sich auf Bundesebene für den Erhalt der Minijobs einzusetzen. Die Abschaffung der Minijobs würde dem schleswig-holsteinischen Arbeitsmarkt die notwendige Flexibilität nehmen, zigtausende Arbeitnehmer belasten und viele wichtige Branchen und Vereinsstrukturen treffen. Es gibt in Schleswig-Holstein derzeit über 200 000 Minijobs. Besonders betroffen wären vor allem die Tourismuswirtschaft mit Gastronomie und Hotellerie, der Einzelhandel, die Landwirtschaft, das Gesundheitswesen sowie der Sport, die Kulturbranche und nicht zuletzt viele Privathaushalte, die auf Unterstützung im Alltag angewiesen sind. Die Minijobs sind ein Erfolgsmodell für den Arbeitsmarkt, finanzieren in vielen Familien den Jahresurlaub oder den Zweitwagen. Sie sind für viele junge Menschen auch dringend erforderlich, um ein Studium finanzieren zu können. Wenn diese Beschäftigungsmöglichkeit weitgehend wegfallen sollte, müssten wohl viele Angebote von Vereinen oder gastronomischen Betrieben gestrichen werden.

Natürlich muss bei der Stabilisierung der gesetzlichen Rentenversicherung endlich etwas passieren. Minijobs sind aber ganz sicher nicht der entscheidende Hebel, um die gesetzliche Rentenversicherung zukunftsfähig machen zu können. Die Bundesregierung sollte stattdessen die kapitalgedeckte Säule im Rentensystem spürbar stärken, wie es uns Länder wie Schweden und Dänemark in den letzten Jahrzehnten erfolgreich vorgemacht haben. Schleswig-Holstein ist nicht nur sehr ländlich strukturiert, sondern auch besonders vom Tourismus und ehrenamtlich organisierten Vereinen geprägt, die auf Minijobber angewiesen sind. Wir fordern die Landesregierung auf, sich in Berlin für die Interessen unseres Bundeslandes stark zu machen und für den Erhalt der Minijobs zu kämpfen.“