Zum heute vorgestellten Investitionspaket „KiTa für Alle“ erklärt der Parlamentarische Geschäftsführer und kitapolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Heiner Garg:
"Schwarz-Grün nennt es Investitionspaket, tatsächlich ist es vor allem die Reaktion auf eine neue Realität im System: sinkende Kinderzahlen, regional freie Plätze und Landesmittel, die nicht mehr wie geplant vollständig verausgabt werden. Die Landesregierung selbst beschreibt als Ziel, freiwerdende Mittel im Kita-System zu belassen, die Bedarfsplanung realitätsnah auszugestalten und Fachkräfte endlich zu entlasten. Das unterstützen wir, aber dann muss man ehrlich sagen: Das ist in erster Linie ein bisschen Verbesserung und Umsteuerung ohne neue Investitionsmittel.
Ein erster positiver Schritt ist: Nach mehreren Initiativen und Nachbohren – insbesondere durch die FDP-Landtagsfraktion – wird bei den krankheitsbedingten Ausfalltagen endlich zaghaft nachgebessert. Statt 15 werden künftig 19 Krankentage in der Finanzierung berücksichtigt. Unverständlich bleibt aber, warum die Landesregierung weiterhin unter den in der Evaluation ermittelten Ausfallwerten von 22 Tagen bleibt. Wer Evaluationen beauftragt, muss deren Kernbefunde auch umsetzen, sonst bleibt es bei Symbolpolitik. Wenn Schwarz-Grün Fachkräfte wirklich stärken will, muss Qualität im Alltag spürbar sein. Dazu gehört für uns die Rückkehr zum Fachkraft-Kind-Schlüssel von 2,0 im täglichen Kita-Betrieb. Die Praxis zeigt längst: Wenn Personal knapp kalkuliert wird, steigt der Druck – und der frühkindliche Bildungsauftrag kann nicht mehr umgesetzt werden.
Wir unterstützen den zielgerichteten Ausbau von Perspektiv-Kitas ausdrücklich, aber er darf kein Feigenblatt sein, während die Grundausstattung in den über 1.800 Kitas in Schleswig-Holstein schwächelt. Entscheidend ist außerdem die enge Einbindung des KiTaG-Fachgremiums. Optimierungen müssen gemeinsam mit Trägern, Leitungen und Fachkräften entwickelt werden, damit Praxiserfahrungen systematisch einfließen. Offen bleibt zudem, wann die angekündigten gesetzlichen Anpassungen tatsächlich kommen und ab wann das Paket vor Ort wirksam wird. Genau das ist aber zentral – denn regional gibt es bereits Überhänge, anderswo fehlen Plätze."