Zur mündlichen Anhörung zum Thema Soziale Medien heute in einer gemeinsamen Sitzung des Sozial-, Finanz-, Innen- und Rechts- und des Wirtschaftsausschusses erklärt der Parlamentarische Geschäftsführer und jugendpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Heiner Garg:
"Ein reines Verbot der Sozialen Medien wird die Probleme nicht lösen. Das hat die heutige Anhörung bereits bis jetzt klar gezeigt. Unstrittig ist, dass von Sozialen Medien Gefahren ausgehen, vor denen wir insbesondere junge Menschen schützen müssen. Hass, Hetze, Desinformationen, aber auch psychischer Druck und Mobbing sind leider zunehmende Phänomene, mit denen Kinder und Jugendliche konfrontiert werden.
Die Nutzung und der Umgang mit digitalen Medien gehört aber zur Lebensrealität junger Menschen dazu. Die Lösung wird daher deutlich komplizierter und vielschichtiger werden müssen. Die Plattformen müssen deutlich strenger reguliert werden. Das betrifft insbesondere das sogenannte Doomscrolling, Dark Patterns, den Rabbit-Hole-Effekt sowie das Phänomen von 'Fear of missing out'. Diese müssen vonseiten der Anbieter unterbunden werden. Gleichzeitig muss die Medienkompetenz junger Menschen, aber auch der Eltern, deutlich gestärkt werden. Junge Menschen müssen lernen, Fakten von Fake zu unterscheiden, Informationen zu hinterfragen und die Gefahren von Hass und Hetze zu erkennen. Aus Kindern müssen verantwortungsvolle Jugendliche werden können. Damit das auch im Elternhaus gelingen kann, müssen auch die Eltern entsprechend gestärkt werden. Deshalb müssen auch die Eltern in die Vermittlung von Medienkompetenz mit einbezogen werden.
Und letztlich müssen wir uns auch damit beschäftigen, wie sich unsere Jugendlichen den Umgang mit Sozialen Netzwerken vorstellen. Die meisten sind sich der Probleme durchaus bewusst, wollen aber trotzdem nicht darauf verzichten."