Bildungspolitik / Sommerinterview

Drei Fragen an: Anita Klahn - Bildungspolitik in Schleswig-Holstein

Anita Klahn FDP

 

Wie kann die Vereinbarung von Familie und Beruf auch zu Ferienzeiten sichergestellt werden?

"Es wird für Familien, in denen Erziehungsverantwortung und Berufstätigkeit koordiniert werden müssen, zunehmend wichtiger, eine verlässliche Ferienbetreuung vorzufinden. Eine sinnvolle Maßnahme wäre das Einbeziehen der Ferienzeiten beim Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung, um so den Eltern einen verlässlichen, planbaren Rahmen vorzugeben. Gleichzeitig ist es nötig, dass das Land in enger Absprache mit den Kommunen, Grundschulen und Förderzentren ein Konzept erarbeitet, wie sich das Ganztagsangebot bedarfsgerecht erweitern lässt, damit der Anspruch auf Ferienbetreuung nicht nur auf dem Papier besteht."

Warum war es wichtig den Weg zurück zu G9 und der Wahlfreiheit zu gehen?

"Durch die Option G8 oder G9 eröffnen wir unseren Schülerinnen und Schülern eine neue Wahlmöglichkeit. Individuell unterschiedliche Entwicklungen und Vorstellungen von Kindern und Jugendlichen erfordern daher Möglichkeiten der Anpassung des schulischen Werdeganges.
Unsere Schülerinnen und Schüler haben jetzt wieder Freiräume für außerschulische Aktivitäten und soziales Engagement. Diese sind wichtig, um soziale Kompetenzen aufzubauen und die Verantwortungsbereitschaft zu stärken."

Wo sehen Sie in der Bildungspolitik noch am meisten Potenzial?

"Ohne Frage sehen wir uns bei der Digitalisierung vor großen Veränderungen, die auch die Bildungspolitik vor Herausforderungen stellen werden. Daher halte ich es für wichtig, den mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich in den Schulen so früh wie möglich zu fördern. Damit legen wir den Grundstein dafür, dass unsere Schüler gut gerüstet in das digitale Zeitalter starten können.
Darüber hinaus stehen wir in der Verantwortung, die berufliche Bildung zu stärken. Qualifizierte Aus- und Weiterbildung ist unerlässlich, wenn wir sowohl Arbeitnehmer als auch Betriebe fit für die Herausforderungen für die Transformation der Arbeitswelt machen."